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Zeitzeugen gesucht! Besaßen Sie 1969 einen Vibrator?

Bereits Anfang des vergangenen Jahrhunderts gab es Massageräte, die in Größe und Lautstärke an Föne erinnerten, aber von unseren Ur- oder auch -Großeltern bereits zur sexuellen Stimulation genutzt wurden. Teilweise sogar auf ärztlichen Rat: die Geschichte „weiblicher Hysterie“ und ihrer „modernen Behandlungsweisen“ ist eine verrückte Geschichte.

Eine Frau, die sich ganz hervorragend mit diesem Kapitel auskennt, ist Nadine Beck (42) von der Universität Marburg, die wir bei ihrer Dissertation zum Thema „150 Jahre Vibratoren“ gerne unterstützen möchten. Sie sucht Informationen von Zeitzeugen, die speziell über ihre Erfahrungen mit Vibratoren in den Jahren 1969-1975 berichten können.

Per Klick zum MOPO-Artikel inkl. Video über Nadine Beck

Denn zu diesem Zeitpunkt – genau vor 50 Jahren – wurde der Vibrator erstmals offiziell als erotisches Hilfsmittel angeboten und erhielt seine Penisform. Bereits 1972 verkaufte Beate Uhse 300.000 jährlich davon. Meist war das damals der berühmte, weiße „Massagestab“, der fotografisch gerne an verspannten Nackenpartien eingesetzt wurde, sogar viele klassische Katalogversender nahmen die Produkte damals auf, der Siegeszug des modernen Vibrators nahm in diesen Jahren seinen Anfang.

Gesucht werden nun Zeitzeugen, die rund um das Jahr 1969 in irgendeiner Form in Berührung mit Vibratoren kamen. Ob aktiv genutzt, oder evtl. auch bewusst ablehnend. Wir würden uns freuen, wenn auch deutlich jüngere LeserInnen den Fragebogen evtl. an Eltern oder Freunde dieser Jahrgänge weitergeben würden. Er liegt in Papierform in der Boutique Bizarre aus oder kann über diesen Link als pdf heruntergeladen werden.

Jede/r Teilnehmer/in, der/die seinen ausgefüllten Fragebogen an Nadine Beck zusendet und bereit ist, seinen Adresse anzugeben, erhält von Ihr als Dankeschön einen 20 Euro Gutschein der Boutique Bizarre.
Die Umfrageergebnisse werden aber selbstverständlich anonym ausgewertet!

Aus dem Eingangstext des Fragebogens:
Das Forschungsinteresse für die Dissertation besteht darin, zu untersuchen, wie und in welchem gesellschaftlichen, sexuellen bzw. kulturellen und emotionalen Umfeld die phallischen und nicht-phallischen Vibrationsgeräte für die Teilnehmer des Fragebogens auftauchen, in ihren Besitz kommen und in welcher Weise sie von ihnen verwendet und behandelt werden, was über sie gedacht und gesagt wurde.
Dazu gehört auch, eine eventuelle sexuelle Verwendung der nicht-penisförmigen Massageapparate miteinzubeziehen. Als Gegenstand der Alltagskultur sind mit den Massagegeräten Praktiken und Gewohnheiten, Gefühle und Verhaltensregeln verbunden, die bis jetzt wenig erforscht sind.

Sie als Interviewpartner würden Sie mir als „Augenzeuge“ vielleicht ein wenig Hell in das Dunkel bringen. Mich interessieren dabei alle Altersstufen, Sexualitäten und Identitäten sowie alle Nationalitäten.
Auch wenn Sie ggf. die Vibratoren und Massagegeräte gar nicht selbst besessen haben, nutzen mir auch Geschichten oder Fakten von anderen Nutzern (Freunde, Bekannte, Verwandte etc.), von denen Sie berichten können.
Dabei geht es nicht um die Bestätigung von vermeintlichem Wissen, sondern darum, wie es damals wirklich (für Sie) war. Dazu gehört auch, dass man ihn nicht gut fand und ablehnte oder ihm schulterzuckend gegenüberstand, weil man damit nichts anzufangen wusste…

Kontakt zu Nadine Beck:

Beckn@students.uni-marburg.de
oder per WhatsApp / Telegram +49 176 2169 7559
oder postalisch:
Nadine Beck
Neumann & Kamp
Alte Königstr.43
22767 Hamburg

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