Psst… es gibt Dinge…

Psst… es gibt Dinge…

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Es gibt Dinge über die spricht man nicht.
Nicht in der Männergruppe, nicht beim Damenkränzchen, nicht mit dem besten Freund, schwul oder nicht, völlig egal. Die bespricht man als Paar nicht miteinander und schon gar nicht mit einem Psychotherapeuten, wenn man sich weitere 40 Stunden zu einem Selbstkostenanteil von 40 Euro ersparen möchte.

Dass man im Schwimmbad immer noch gerne ins Becken pinkelt, beispielsweise. Oder dass das Saugen des unschuldigen, kleinen Wesens an der Mutterbrust verflixt geil machen kann. Dass man kürzlich in der U-Bahn darüber nachdachte, wie es wohl wäre, wenn die 5er-Gruppe der abgefucktesten Badboys dort vorne, mal eben über einen herfallen würde und man bitte keinesfalls vor ihnen gerettet werden möchte.
Dass die neue Kollegin ein so hammermäßiges Geschoß ist, dass man sie gedanklich jeden Morgen in der Teeküche vögelt, während der Abteilungsleiter im Türrahmen steht und einen mit „Jawoll, Lehmann! Besorg es der Schlampe, Du bist mein Mann fürs Grobe, Dich bringe ich hier noch ganz groß raus!“ anfeuert.

Nein, man spricht nicht darüber, dass man die Sache mit dem Staubsaugerrohr schon einmal heimlich auf ganz kleiner Stufe ausprobierte und es eine unglaubliche Lüge ist, die mit dem angedrohten Bluterguss. Und dass man den Besten von allen, von allen am besten findet, wobei der von allen anderen eher weniger weiß.

Dass man so unheimlich gerne mal Unzucht im Beichtstuhl treiben würde und dass, OhMyGod, im schlichten Paket mit neutralem Absender, kein banaler Massagestab, sondern eine Unterarmmaßige „Fist & Fun“-Komplettausstattung mit rotierendem Düsenaufsatz lag. Ne, da schnackt man nicht so gerne darüber. Das ist böse. Da gibts was auf die Finger, das tut man alles nicht.

Das ist politisch nicht korrekt und ziemlich durchgeknallt und überhaupt nicht tauglich, wenn man weiterhin mit Kind und Kegel an die Ostsee fahren und Robbenbabys gucken möchte. Das behält man mal schön für sich, weil man ja sowieso der einzige Kranke ist, dem solch unglaubliche Perversitäten zwischen Morgenmüsli und PowerPoint Präsentation einfallen. Der einzige Lehmann dieser Welt, der ganz, ganz groß herauskommen würde, wenn er denn dürfte wie er träumte und der Boss nicht so ein unsäglich biederes Exemplar an Gutmenschtum wäre.

Das lassen wir mal alles schön stecken.
Da ahnt ja keiner was von.
Keiner.

Und deshalb haben wir hier auch nie darüber gesprochen.
Das bleibt komplett unter uns. Dass das mal klar ist, ne?

 

„MISS KINK“ – Unter diesem Namen veröffentlicht die Hamburger Autorin Candy Bukowski für die Boutique Bizarre. Sie ist unsere Kolumnistin für Lust- & Fetisch-Themen. Wenn sie Schweres leicht und Leichtes gewichtig präsentiert, liegt dies vermutlich an ihrem nicht auszutreibenden Augenzwinkern. Es empfiehlt sich, sie hier nicht zu ernst, aber auch niemals zu oberflächlich zu nehmen.

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